Weinwelt - Scheinwelt? Die Macht der Meinungsmacher (WineSucker)

Weinwelt - Scheinwelt? Die Macht der Meinungsmacher (WineSucker)

Die Rolle des WineSuckers

Der WineSucker ist meist männlich und möchte jedem seine Meinung aufdrängen. Er umgibt sich gerne mit anderen WineSuckern und diese einigen sich einfach darauf, die Meinung des lautesten WineSuckers in die Welt zu tragen. Dies geschieht über Social Media, Verkostungen, Wein-Ratgeber und Kritiken. Außerdem versucht er jeden Wein nieder zu machen, welcher ihm nicht bekannt ist oder ihm nicht von einem anderen WineSucker empfohlen wurde. Eine wirklich eigene Meinung fehlt ihm. Das Phänomen der meinungsmachenden WineSucker existiert zwar nicht nur in der Fine-Wine-Bubble, doch dort besonders stark. Da die gesamte Weinwelt auf die Fine-Wine-WineSucker schaut und sich daran orientiert, sind deren WineSucker am gefährlichsten einzuordnen.

Ein Experiment

Ein interessantes Experiment verdeutlicht das mangelnde Fachwissen vieler WineSucker: Gibt man einem solchen einen Ziereisen Mariechäfer Regent 2015 zur Blindprobe, würde dieser aufgrund von Reduktion und Holz als krasser Burgunder verwechselt werden.

Einfluss auf die Weinbranche

Die Meinungen der WineSucker haben erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Weinbranche. Ihre lautstarken Bewertungen und Empfehlungen beeinflussen Konsumenten und Produzenten gleichermaßen. Weingüter versuchen oft, den Geschmack dieser Meinungsmacher zu treffen, um positive Bewertungen zu erhalten. Dies führt jedoch zu einer Vereinheitlichung und Anpassung der Weine, was die Vielfalt und Individualität der Weinkultur bedroht.

Die Schattenseiten der WineSucker-Dominanz

🍇 Verlust der Vielfalt:
Die Dominanz der WineSucker führt dazu, dass viele Winzer ihre Weine an den Geschmack dieser Meinungsmacher anpassen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Dies gefährdet die Vielfalt und Originalität der Weine.

🍇 Fehlende Authentizität: Die Konzentration auf den Geschmack der WineSucker kann dazu führen, dass Weine ihre Authentizität verlieren. Anstatt einzigartige und regionale Charakteristika zu betonen, wird versucht, einem bestimmten, oft mainstream-orientierten Geschmack (Reduktion & Holz) zu entsprechen.

🍇 Verzerrte Wahrnehmung: Die lauten Stimmen der WineSucker können die Wahrnehmung der Konsumenten verzerren. Weine, die von diesen Meinungsmachern nicht beachtet oder gar abgelehnt werden, haben es schwer, auf dem Markt Fuß zu fassen, obwohl sie vielleicht hohe Qualität und Einzigartigkeit bieten.


Was kann getan werden?

Um die Weinwelt vielfältig und authentisch zu halten, sollten folgende Schritte erwogen werden:

🍇 Bildung und Information: Konsumenten sollten ermutigt werden, sich selbst zu informieren und eigene Geschmackserfahrungen zu machen, anstatt blind den Meinungen der WineSucker zu folgen.

🍇 Förderung der Vielfalt: Weingüter sollten dazu ermutigt werden, ihre individuellen Stile und regionalen Besonderheiten zu bewahren und zu betonen.

🍇 Kritischer Umgang mit Meinungen: Sowohl Produzenten als auch Konsumenten sollten die Meinungen der WineSucker kritisch hinterfragen und nicht als einzig gültige Wahrheit akzeptieren.

Fazit

Die Weinwelt ist teilweise eine Scheinwelt, in der laute Meinungen oft mehr zählen als echte Expertise und Vielfalt. Die Dominanz der WineSucker führt zu einer gefährlichen Vereinheitlichung und Anpassung, die der Weinbranche langfristig schaden kann. Es liegt an uns allen – Konsumenten, Produzenten und Kritikern – dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Vielfalt und Authentizität des Weins zu bewahren. Nur so können wir die wahre Schönheit und Tiefe der Weinkultur erleben und genießen.

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